Intransparente Vergabe von kurzen Kfz-Kennzeichen

Hallo allerseits,

hier mal eine etwas andere aber trotzdem sehr aktuelle Idee für eine Kampagne. @stefan @arne.semsrott @j.doleschal @max @PhillipFDS @l.pfau @alvaro.zoder @filter

Oft habe ich schon in ganz Deutschland beobachten können, dass ein sehr kleiner Kreis von Personen Zugang zu sehr kurzen Kfz-Kennzeichen hat, während diejenigen, die ein solches gerne hätten mit dem Verweis auf die Fahrzeugszulassungsverordnung abgewiesen werden.(Argument der Behörde ist dann, dass nur Fahrzeuge die baulich darauf angewiesen sind, ein solches bekommen). Tatsächlich lässt sich aber in fast jeder Kfz- Zulassungsstelle das Phänomen beobachten, dass die gerade die Mitarbeiter der Zulassungsstellen sich solche Kennzeichen für sich selber oder für Freunde sichern.

In meiner Stadt habe ich durch mehrere Freunde und Bekannte erfahren, dass man ein solches Kfz-Kennzeichen nur bekommt, wenn man sehr gut den Chef des Straßen- und Verkehrsamtes kennt. Nett fragen hilft da nicht weiter - ich spreche aus Erfahrung.

Zum Vergleich:

Normale Kennzeichenlänge
DD-AB-1234

Sehr kurze Kennzeichen
D-A-1

Versteht mich nicht falsch: ich bin auch ein Fan von kurzen Kennzeichen, und finde diese sogar deutlich ästhetischer und schöner an einem Auto als ein langes sogenanntes ,Kuchen Blech’’. Ich finde es jedoch falsch dass man auch auf nette Nachfrage nicht ein solches Kennzeichen bekommt sondern nur über Vitamin B (gute Beziehung zum Straßenverkehrsamt). Überspitzt gesagt könnte man hier sogar von Kennzeichen-Lobbyismus reden. Wer jemanden kennt der jemanden kennt, der bekommt ein kurzes Kennzeichen und jemand der nur nett nachfragt und wirklich sehr gerne ein solches Kennzeichen haben möchte, der bleibt auf der Strecke.

Denkbar wäre hier eine Kampagne, bei der man die betreffenden Städte direkt mit entsprechenden Regelverstößen konfrontieren könnte. Vielleicht bewirkt so etwas ein Umdenken und eine bessere Praxis bei der Kennzeichenvergabe. Beispiel: in meiner Stadt gibt es eine sehr wohlhabende Person die gleich mehrere extrem kurze Kennzeichen für sich gesichert hat obwohl die Stadt kurz die Kennzeichen pro Person auf ein Stück reduziert hat.

Zusammengefasst verstärkt dieses Verhalten der Behörden hier nur die Politikverdrossenheit und ist weit entfernt von bürgerorientiertem Service

Eine FdS Anfrage zu dem Thema könnt Ihr hier einsehen

Es gibt mittlerweile schon Kennzeichen-Börsen, wo diese Kennzeichen gehandelt werden:

Vor allem in der Tuner Szene sind kurze Kennzeichen extrem beliebt wie diese Links und Bilder hier beweisen

Hallo @johndoe,
interessante Initiative und Anfrage! In der Tat habe ich mir oft dieselben Gedanken gemacht, wenn mir solch kurze Kennzeichnen begegnet sind - oft bei frisierten oder protzigen Autos.
Ob das sich für eine öffentlichkeitswirksame Kampagne anbietet, kann ich nicht beurteilen… Da muss FdS ja Schwerpunkte setzen - und gerade scheint mir Lobbyismus auf höherer Ebene insofern zur medial vermittelten Bewusstseinsmachung greifbarer…

Aber: Ich finde es sehr gut und wichtig, dass die Community der IFG-Affinen solche eigenen Initiativen startet - und dabei anknüpft an Missstände in Bereichen staatlicher Verwaltung, die einem im alltäglichen Leben begegnen. Mit diesem Ansatz und deiner guten Idee, in der er sich manifestiert, konnte ich gleich Sympathie spüren:)

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Genau das finde ich daran so brisant - es ist eben ein sehr greifbares Thema.

Was mich stört an der Geschichte ist die klar erkennbare Doppelmoral. Behördenmitarbeiter wollen einem vermitteln, dass man die kurzen Kennzeichen nur im absoluten Ausnahmefall bekommt - haben aber selber die kürzesten Kennzeichen am Auto kleben…

Stichwort Doppelmoral und Selbstbedienungsmentalität : hier kann man wunderbar die zahlreichen Beispiele von Bürgermeistern und Landräten anfügen, die sich in der Corona Pandemie als eine der ersten Impfstoffe gesichert haben auf Kosten derjenigen, die Impfstoffe dringend nötig haben und vergeblich noch immer auf ihre Impfung warten. Hier sind klare Parallelen erkennbar.

Hinzu kommt, dass die intransparente Kennzeichenvergabe ein deutschlandweit verbreitetes Phänomen ist.

Dennoch ist es meiner Meinung nach extrem wichtig schon in kleiner kommunaler Ebene Transparenz über staatliche Entscheidungen zu schaffen. Nur so schafft man Vertrauen in die Politik.

das finde ich auch das tolle an FdS - man kann vom kleinen Sekretariat des Bürgermeisters bis hin zum Bundespräsidialamt nahezu alle deutschen Behörden Anfragen und sich selbst ein Bild von staatlichen Entscheidungen machen und selber eine Meinung darüber bilden - noch dazu hat man alle seine Anfragen in einem übersichtlichen User Interface vereint.

Der Praktikabilität halber würde ich hier auch auf die (Forums)Community geben. @john.doe evt. schreib vlt. einfach eine kleine Anleitung was man an welche Behörde senden muss und vlt. einen Tag den man setzen kann bei FragDenStaat, sodass man alle diese Anfragen findet.

Und ich denke eine kleine Community findet sich dann schon, die Anfragen zu stellen. :slightly_smiling_face:

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Sehr guter Ansatz, wie ich finde, in Zeiten von CDU-Skandalen etc. auf Beispiele von Doppelmoral abzuzielen. Das Beispiel mit der Impfpriorisierung der eigenen Person seitens Politikern und Landräten kenne ich bisher nur aus anderen Ländern (in Spanien etwa hat eine bekannte Comedy-/Informationssendung eine eigene Rubrik erstellt, da es sich um ein flächendeckendes Phänomen zu handeln scheint).
Wo hast Du davon gelesen? Eine solche Kampagne - abzielend auf öffentlich nicht zugängliche Informationen zur Impfpolitik - schiene mir etwas “massentauglicher” (als die ohne Zweifel interessante Idee mit den Kennzeichen).

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